Die Spitzen der Gesellschaft

In seiner aktuellen Ausstellung zeigt das St.Galler Texilmuseum noch bis am 10. Februar 2019 Kostproben seiner hochkarätigen Sammlung an historischen Spitzen. Geschildert wird die Entwicklung der Spitze von den Anfängen im 16. Jahrhundert bis Ende 18. Jahrhundert.

Der Schwerpunkt liegt auf der Spitzenmode in Spanien und Frankreich, den politisch und kulturell tonangebenden europäischen Reichen. Das Tragen von Spitzen war durch Kleiderordnungen streng reglementiert und den obersten Gesellschaftsschichten vorbehalten.

Von Anfang an lag die technische Entwicklung der Spitzenproduktion in den Händen von Frauen, welche die weissen Kostbarkeiten in Heimarbeit produzierten. Später bildeten die historischen Spitzen wichtige Vorlagen und Inspiration für die Designer von maschinell hergestellten Stickereien.

 

Arznei für die Seele

Überfälle, Kriege, die Reformation und schliesslich die Schliessung des Klosters hat die Stiftsbibliothek St.Gallen in ihrer wechselvollen Geschichte erlebt und erstaunlich gut überstanden. Die neue Ausstellung «Arznei für die Seele» wirft einen Blick zurück auf die Entwicklung einer der ältesten noch heute bestehenden Bibliotheken der Welt, die seit rund 1400 Jahren existiert.

Endloser Streit um die Grabungen in der St.Galler Kathedrale

Professor Hans Rudolf Sennhauer, 85 Jahre alt, ist ein renommierter Mittelalter-Archäologe und leistete in der Schweiz auf diesem Gebiet Pionierarbeit. 1964 bis 1967 grub er auch in der St.Galler Kathedrale. Die Wertschätzung für die Funde sei damals klein gewesen, sagt er in der SRF2-Sendung Kultur kompakt vom 24.2.17. In St.Gallen habe man die Grabungsfunde der Kathedrale sogar wegwerfen wollen: „Hätte ich sie nicht nach Zurzach genommen, wären sie heute nicht mehr da.“ Die Funde hat Sennhauser mittlerweile zurückgegeben, doch die Grabungsdokumentation befindet sich bis heute an seinem Wohnort Zurzach. Nicht nur der Kanton St.Gallen, sondern weitere 12 Kantone verlangten bisher vergeblich die Herausgabe der insgesamt 57 Dokumentationen. Die Fronten sind verhärtet: Der Konflikt wird wohl bald zum Fall für die Gerichte werden.

Faszination der Buchstaben

Die Winterausstellung Im Paradies des Alphabets dauert noch bis am 12. März 2017. Anhand von Beispielen aus der Stiftsbibliothek wird die Geschichte der lateinischen Schrift vom 4. bis ins 15. Jahrhundert nachgezeichnet. Am 14. März eröffnet die neue Sommerausstellung Arznei für die Seele. Sie wirft einen Blick zurück auf die ereignisreiche Entwicklung der Bibliothek von den Anfängen im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart.